Doppisches HKR, Anlagenbuchhaltung

Buchungsweise außerplanmäßiger Zu- und Abschreibungen unter besonderer Berücksichtigung der Kapitalspiegelmethode

Veröffentlichung: 02.12.19

Die SAKD wurde vom Sächsischen Staatsministerium des Innern (SMI) gebeten, in den Programmprüfungen nach § 87 Absatz 2 SächsGemO insbesondere auch die Buchungsweise von Wertveränderungen kommunaler Beteiligungen an Unternehmen zu berücksichtigen. Das SMI erläutert diese Sachverhalte in seiner FAQ 2.12 „Wertansätze für kommunale Beteiligungen“. Das Dokument ist unter der folgenden Internetadresse zu finden:

https://www.kommunale-verwaltung.sachsen.de/6927.htm

Gemäß § 89 Absatz 5 SächsGemO und § 61 Absatz 6 SächsKomHVO können kommunale Beteiligungen nach dem anteiligen Eigenkapital angesetzt und bewertet werden (Eigenkapitalspiegelmethode). Entsprechend sind gemäß §§ 37, 38 SächsKomHVO Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals gemäß § 59 Nr. 6 SächsKomHVO bei der Bewertung der Beteiligung zum Abschlussstichtag zu berücksichtigen.

Eine Minderung des anteiligen Eigenkapitals wird gemäß § 44 Absatz 6 SächsKomHVO als außerplanmäßige Abschreibung beim Vermögensgegenstand für die Beteiligung abgebildet, eine Mehrung entsprechend als außerplanmäßige Zuschreibung.
Die Veränderungen des anteiligen Eigenkapitals kommunaler Beteiligungen werden vom SMI als Rechtsaufsichtsbehörde als Gegenstand der gewöhnlichen Geschäfts- und Verwaltungstätigkeit von Kommunen eingestuft. Damit sind anfallende Aufwendungen und Erträge beim ordentlichen Ergebnis zu berücksichtigen und auf den entsprechenden Kontierungen zu buchen (siehe auch § 2 Absatz 2 SächsKomHVO).

Die Anwendung der Eigenkapitalspiegelmethode im Rahmen der gewöhnlichen kommunalen Geschäfts- und Verwaltungstätigkeit ist ein Beispiel, in dem außerplanmäßige Zu- und Abschreibungen im ordentlichen Ergebnis zu berücksichtigen sind. Daneben gibt es die Fälle außerhalb der gewöhnlichen Geschäfts- und Verwaltungstätigkeit, deren Zu- und Abschreibungen als außerordentliche Erträge und als außerordentliche Aufwendungen zu buchen sind.

Damit stellt sich aus Sicht der Programmprüfung die Anforderung an die HKR-Programme, dass bei Buchungsvorgängen für außerplanmäßige Zu- oder Abschreibungen in Abhängigkeit davon, ob eine gewöhnliche Geschäfts- und Verwaltungstätigkeit vorliegt, sowohl ordentliche als auch außerordentliche Erträge und Aufwendungen buchbar sein müssen.

Gleiches gilt sinngemäß auch dann, wenn dem entsprechenden Vermögensgegenstand gemäß § 40 Absatz 2 SächsKomHVO ein Sonderposten zugeordnet wurde. Die aus der Bilanzwertentwicklung des Sonderpostens resultierenden außerplanmäßigen Auflösungen und Zuschreibungen folgen den außerplanmäßigen Zu- und Abschreibungen des Vermögensgegenstandes und müssen folglich ebenfalls sowohl als ordentliche als auch außerordentliche Erträge und Aufwendungen buchbar sein.

Die SAKD hat aktuell die Prüfgrundlagen angepasst, womit diese Aspekte aktiver Prüfungsbestandteil sind.

Anlagenübersicht - Ausweis von Abschreibungen bei Umbuchungen

Veröffentlichung: 16.04.18

Die SAKD hat sich mit der Darstellung von Umbuchungen in der Anlagenübersicht gemäß Muster 14 VwVKomHSys Anlage 5 befasst. Dieses gesetzliche Muster erstellen die kommunalen Anwender mit den vor Ort zum Einsatz kommenden HKR-Programmen.

In der kommunalen Praxis ist es erforderlich, Vermögensgegenstände zwischen Bilanzpositionen umzubuchen, was sich wertemäßig auf die jeweiligen Zeilen der Anlagenübersicht auswirkt. Dies ist beispielsweise bei der Aktivierung von Anlagen im Bau aber auch bei Nutzungsänderungen von Gebäuden der Fall, also zum Beispiel wenn ein Schulbau künftig als Kultureinrichtung nachgenutzt wird.

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Ausweis von Aufwendungen als Abschreibungen in der Anlagenübersicht - aktueller Stand der Diskussion

Veröffentlichung: 08.01.16

Seit einiger Zeit wird der Ausweis von Abschreibungen in der Anlagenübersicht gemäß Muster 14 VwVKomHSys Anlage 5 diskutiert. Konkret geht es um die Frage, ob außerplanmäßige Abschreibungen aufgrund von Vermögensabgängen und Aufwendungen aus der Veräußerung (Bruttomethode) beim Ausweis der Abschreibungen in Spalte 7 der Anlagenübersicht zu berücksichtigen sind. Lesen Sie dazu weiter in unserem Fachartikel

Ausweis von Aufwendungen als Abschreibungen in der Anlagenübersicht insbesondere am Beispiel des Sachanlagevermögens

Veröffentlichung: 07.11.14

Welche Aufwendungen in der Spalte 7 der Anlagenübersicht gemäß Muster 14 VwVKomHSys Anlage 5 zu berücksichtigen sind - mit dieser Frage beschäftigt sich unser Fachartikel .

Buchmäßige Abbildung von Stornierungen

Veröffentlichung: 05.09.14

Im Rahmen der Prüfung der SAKD gem. § 87 Abs. 2 SächsGemO wurden Fragen im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Stornierungen in Finanzprogrammen aufgeworfen. Stornierungen kommen aus Sicht der SAKD im Falle von Falschbuchungen zur Anwendung. Falschbuchungen wiederum können durch fehlerhafte Eingaben entstehen. So können beispielsweise das Buchungsdatum oder der Buchungsbetrag falsch sein oder es wurde auf ein falsches Konto oder mehrfach gebucht. Entscheidend bei dieser Betrachtung ist, dass die zu stornierende Buchung zu keiner Zeit korrekt war und deshalb zu korrigieren ist.

In der Verwaltungsvorschrift Prüfhandbuch HKR.Doppik der SAKD werden Stornierungen an 2 Stellen betrachtet: mit dem Kriterium KRHP23 wird die Möglichkeit zur Erfassung von Stornierungsanordnungen (aus Sicht eines Fachamtes) und mit dem Kriterium KRKP3 die Möglichkeit zur Stornierung von Buchungen (aus Sicht der Kasse) gefordert. In den Anwendungshinweisen führen wir erläuternd aus, dass als Ergebnis der Verarbeitung von Stornierungen im Programm eine Absetzung der zu korrigierenden Buchungen (beziehungsweise der Falschbuchungen) erwartet wird. Offen war die Frage, wie eine Absetzung zu korrigierender Buchungen infolge einer Stornierung buchmäßig zu erfolgen hat. Infrage kommen dafür die Minusbuchung sowie die Umkehrbuchung.

Der Sächsische Rechnungshof hat insofern klarstellend mitgeteilt, dass nach aktuellem Kenntnisstand für Zwecke der Korrektur von Falschbuchungen sowohl die Minus- als auch die Umkehrbuchung anwendbar sind, da keine der beiden Varianten zu einer Verfälschung der Ergebnis-, Finanz- oder Vermögensrechnung führt und im Saldo beide Varianten zu gleichen Ergebnissen führen. Auch ein Verstoß gegen das Bruttoprinzip ist nicht erkennbar, da weder Aktiva und Passiva noch Erträge und Aufwendungen miteinander verrechnet werden.

Aus diesem Grund werden zukünftig im Rahmen der Verfahrensprüfungen der SAKD beide Buchungsweisen zur Abbildung von Stornierungen akzeptiert, auch wenn aus Sicht der SAKD der Aspekt der Korrektur von Falschbuchungen in einer Minusbuchung besonders deutlich zum Ausdruck kommt.

Auflösung von Sonderposten bei komponentenweiser Abschreibung der finanzierten Vermögensgegenstände

Veröffentlichung: 01.02.13

Gemäß § 44 Absatz 8 SächsKomHVO-Doppik dürfen abnutzbare, unbewegliche Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens für Zwecke der Abschreibung in wesentliche, abgrenzbare Komponenten aufgeteilt werden. § 36 Absatz 6 in Verbindung mit § 40 Absatz 2 SächsKomHVO-Doppik bestimmt, dass Sonderposten den damit bezuschussten Vermögensgegenständen sachgerecht zuzuordnen sind und sich die Auflösung der Sonderposten nach der Bilanzwertentwicklung der bezuschussten Vermögensgegenstände bemisst.

Näheres lesen Sie dazu in unserem Fachartikel.

Ausweis des voraussichtlichen Bestandes an Zahlungsmitteln zu Beginn eines Haushaltsjahres im Finanzhaushalt

Veröffentlichung: 04.05.12

Ursprünglich wurde im Finanzhaushalt gemäß § 3 Absatz 1 KomHVO-Doppik (alter Fassung) lediglich die Veränderung des Bestandes an Zahlungsmitteln infolge der geplanten Geschäftsvorfälle und der daraus resultierenden Zahlungen in einem Haushaltsjahr ausgewiesen. Mit der Neufassung der SächsKomHVO-Doppik wurde in § 3 Absatz 1 SächsKomHVO-Doppik die Bestimmung aufgenommen, wonach im Finanzhaushalt der voraussichtliche Bestand an Zahlungsmitteln zu Beginn des Haushaltsjahres (des Planjahres) auszuweisen ist. Darauf aufbauend ist dann der voraussichtliche Bestand an Zahlungsmitteln am Ende des Haushaltsjahres (des Planjahres) zu ermitteln und auszuweisen.

Der voraussichtliche Bestand an Zahlungsmitteln zu Beginn des Haushaltsjahres (des Planjahres) lässt sich - bei fristgerechter Aufstellung des Haushalts - nicht allein auf der Grundlage der in einem Programm gespeicherten Planungs- und Bewirtschaftungsdaten ermitteln. Grund hierfür ist insbesondere, dass die sich bis zum Ende des laufenden Haushaltsjahres voraussichtlich ergebenden Veränderungen des Zahlungsmittelbestandes in diesem Wert Berücksichtigung finden müssen. Deshalb muss das Programm den Ausweis eines durch den Anwender beeinflussbaren Betrags ermöglichen, zum Beispiel dadurch, dass dieser Betrag vor dem Druck der Liste "Finanzhaushalt" durch den Anwender erfasst werden kann.

Dieser Aspekt wird künftig bei der Prüfung des Kriteriums KRPP36 Beachtung finden.

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