1. Modellprojekte
Das Vorhaben XPlanung wurde mit der Durchführung eines Modellprojekts im Auftrag des LG GDI-DE unterstützt. Ziel des GDI-DE-Modellprojekts „XPlanung“ war es, den Standard in Zusammenarbeit mit weiteren Projektpartnern (Landkreise, Städte und Gemeinden) durch Pilotimplementierungen praktisch zu erproben.
Für einen gemeinsamen Abschlussbericht haben die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, die Planungsgemeinschaft RFNP Ruhr, die Metropolregion Hamburg und das Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung Brandenburg einen Erfahrungsbericht beigetragen. Näheres ist dem Abschlussbericht zu entnehmen.
2. Sächsische Initiativen
Verschiedene sächsische Kommunen bewarben sich zur Beteiligung am Modellprojekt. Aus den Erkenntnissen der Projektvorbereitungen und den Folgen der Verwaltungsreform wurden die Projekte nicht durchgeführt oder sollen neu geplant werden.
In Zusammenarbeit mit Pilotkommunen besteht die Absicht eines kommunalen IT-Dienstleisters, eine Service-Plattform zur Unterstützung der Anwendung von XPlanung aufzubauen. Im Rahmen der E-Government-Förderung begann die Firma IAC frühzeitig mit der Implementierung von XPlanung in der Version 1.0 mit einer sächsischen Gemeinde.
Inzwischen wurde der Standard bis zur Version 2.0 in das Produkt Polygis implementiert. Die SAKD wirkt in der Arbeitsgruppe „Kommunale Implementierung“ an der weiteren Vervollkommnung und Verbreitung des Standards mit.
3. Projekt XPlanung Bayern
Im Rahmen des E-Governmentpaktes der Staatsregierung mit kommunalen Spitzenverbänden wurde den Kommunen empfohlen, XPlanung zu nutzen.
Gleichzeitig wird die Einführung durch das bayrische Finanzministerium gefördert. In Zusammenarbeit mit kommunalen Dienstleistern und zentralen bzw. offenen Geo-Web-Diensten werden folgende Zielstellungen angestrebt:
- Transparente Prozesse in der Verwaltung optimieren Prozesse der Wirtschaft.
- Kleine und mittlere Unternehmen erhalten mit den aufgezeigten Governmentprojekten einen verlässlichen Rahmen.
- Zugriffe auf amtliche Geodaten schaffen Synergien für Wirtschaft auf Augenhöhe.
- Bereitstellung von Geoinformationen ist Wirtschaftsförderung und praktizierte Bürgernähe.
Zur Umsetzung dieser Ziele werden folgende Schritte unternommen:
- Bereitstellung einer Software zum Erfassen von Umringen von Geltungsbereichen bzw interessierenden Einzelobjekten
- Darstellungen in Landkreisportalen
- Nutzung der Rasterobjekte (Scannen der Pläne und Erfassen von Umringen)
- Aufsetzen von WMS-Diensten bzw. WFS-Diensten.
Beispiele unter http://gis.landkreis-augsburg.de
4. Beteiligungsplattform Planauslegung mit XPlanung Hamburg
In einem Pilotprojekt "Bauleitplanung Online Pilot" (BOP) unter Leitung der Vermessungsverwaltung Hamburg wurden folgende Ziele angestrebt:
- Entwicklung einer Beteiligungslösung, mit der die Öffentlichkeitsbeteiligung, die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange sowie der Behörden in der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) medienbruchfrei über das Internet ermöglicht wird.
- Einhaltung bzw. Nutzung internationaler IT-, Geo- (OpenGIS) und nationaler E-Government-Standards (XPlanung)
- Das elektronisch gestützte Beteiligungsverfahren wird prototypisch am Beispiel von zwei konkreten Bebauungsplanverfahren (also Echtfall: Lokstedt 56, Eimbüttel 35) praktisch erprobt. Der Pilot unterstützt die vom Baugesetzbuch festgelegten Beteiligungsverfahren in der Bauleitplanung.
- Das Beteiligungsmodul soll in seinem Endausbau Teil der Geodateninfrastruktur der Freien und Hansestadt Hamburg werden.
Technische Vorgehensweise
- Aufbereitung und Bereitstellung OpenGIS-konformer Web Map Visualisierungsdienste (WMS) von Geobasisdaten (z. B. Stadtgrundkarte, Luftbilder)
- Konvertierung beispielhafter Bebauungspläne in das Format XPlanGML und Speicherung auf der zentralen Geodatenbank (GeoServer)
- Bereitstellung der relevanten BPläne als Web Map Dienst
- Einrichtung eines transaktionalen OpenGIS-konformen Web Feature Dienstes (WFS-T) zu geometrischen Speicherungen von Einwendungen in der Geodatenbank
Ergebnis
Die für das Projekt große Beteiligung und zuverlässige Rückläufe in Form von Stellungnahmen gelang es ohne eine Werbung zu realisieren. Das gibt den projektverantwortlichen die Sicherheit, dass über das Medium Internet eine solche kommunikation Akzeptanz findet.
Die oben dargestellte technische Unterstützung soll systematisch ausgebaut werden, um die standardkonforme Verwaltung der Bauleitplanungen zu sichern.
